04.07.2019 / DE

 

FCI - Standard Nr. 341 

 

TERRIER BRASILEIRO

 

(Brasilianischer Terrier)

 

ÜBERSETZUNG: Ursula Santos, Dr.J.-M. Paschoud und Harry

G.A. Hinckeldeyn. Ergänzt durch Skrivanek Belgium. Durch den

VDH überprüft. / Offizielle Originalsprache (EN)

 

URSPRUNG: Brasilien.

 

DATUM       DER       PUBLIKATION       DES      GÜLTIGEN

OFFIZIELLEN STANDARDS: 15. 06. 2018.

 

VERWENDUNG:     Jagdhund     für     Niederwild,     Wach-    und

Gesellschaftshund.

 

KLASSIFIKATION FCI:       Gruppe 3 Terrier.

                                                Sektion 1 Hochläufige Terrier.

                                               Ohne Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts studierten viele junge Brasilianer an europäischen Universitäten, hauptsächlich in Frankreich und in England.

Oft kehrten diese jungen Leute verheiratet nach Hause zurück und ihre Frauen brachten verschiedentlich einen kleinen terrierartigen Hund mit. Nach ihrer Rückkehr weilten die jungen Eheleute mit ihrer Familie auf ihren Landgütern. Der kleine Hund gewöhnte sich an das

Leben auf dem Lande und vermischte sich dort mit einheimischen Rüden und Hündinnen. So entstand ein neuer Hundetyp, dessen Phänotyp sich in nur wenigen Generationen festlegte.

Mit der Entwicklung der Großstädte wurden die Großgrundbesitzer, ihre Angestellten und ihre Familien von den großen Zentren angezogen. So musste der kleine Hund noch einmal einen Wechsel seiner Lebensumstände über sich ergehen lassen.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Mittelgroßer, schlanker, harmonisch gebauter Hund, von gutem aber nicht zu schwerem Körperbau; quadratisch mit gerundeten Außenlinien.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN: Ein quadratischer Hund, dessen Körperlänge, gemessen von der Schulter bis zum  Ende des Beckens nahezu identisch mit der Widerristhöhe ist.

 

VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN): Immer in

Bewegung, lebhaft, aktiv, aufgeweckt; freundlich und zutraulich gegenüber Bekannten, Fremden gegenüber jedoch misstrauisch.

 

KOPF: Von oben gesehen ist der Kopf dreieckig, breit an seiner Basis, mit weit auseinanderstehenden Ohren, sich von den Augen an bis zur Nasenspitze deutlich verjüngend. Im Profil steigt die obere Begrenzungslinie des Fangs von der Nasenspitze zum Stopp hin leicht an; hauptsächlich zwischen den Augen und mit einer leichten Konvexität bis zum Hinterhauptbein.

OBERKOPF:

Schädel: Gewölbt mit leicht abgeflachter Stirn. Von oben gesehen konvergieren die Seiten gegen die Augen zu. Der Abstand vom äußeren Augenwinkel zum Ohr entspricht dem Abstand beider äußerer Augenwinkel. Mittlere Stirnfurche gut entwickelt. Stopp: Ausgeprägt.

 

GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm: Mäßig entwickelt, von dunkler Farbe, entsprechend der Farbe des Haarkleids, mit gut geöffneten Nasenlöchern.

Fang: Von oben besehen bildet der Abstand beider äußerer Augenwinkel mit der Nasenspitze ein gleichschenkliges Dreieck. Kräftig, unterhalb der Augen gut modelliert mit einer Neigung am Ansatz des Fangs, welche den Stopp betont.

Lefzen: Trocken und fest, gut anliegend, die Oberlippe genau über der Unterlippe die Zähne bedeckend, was einen vollständigen Mundschluss gewährt.

Backen: Trocken, gut entwickelt.

Zähne: 42 regelmäßig eingesetzte und gut entwickelte Zähne; Scherengebiss.

 

 

AUGEN: Im mittleren Abstand zwischen Hinterhauptbeinhöcker und Nasenspitze eingesetzt, gut auseinanderliegend; der Abstand zwischen beiden äußeren Augenwinkeln entspricht dem Abstand vom äußeren Augenwinkel zur Nasenspitze. Geradeaus blickend sind die Augen mäßig markant, groß mit leicht betonten Augenbrauenbögen; Abgerundet, gut geöffnet, lebendig, mit aufgewecktem Ausdruck; je nach Fellfarbe so dunkel wie möglich.   Die blaue Varietät hat bläulich-graue, die braune Varietät hat braune, grüne oder blaue Augen und die isabellfarbene Varietät kann neben den braunen Farben auch hell- bis dunkel-bernsteinfarbene Augen haben.

 

OHREN: In Höhe der Augenlinie seitlich angesetzt, liegen sie weit aus- einander und bieten gut Platz für den Schädel. Dreieckförmig, in einer Spitze endend. Halbaufgerichtet getragen, die gefaltete Spitze gegen den äußeren Augenwinkel fallend. 

 

HALS: Von mäßiger Länge, in gutem Verhältnis zum Kopf, harmonisch an Nacken und Rumpf angesetzt. Gut definiert, trocken, sauber gezeichnet, obere Linie leicht gewölbt.

 

KÖRPER: Harmonisch, nicht zu schwer, quadratisch mit gut definierten gerundeten Außenlinien.

Widerrist: Gut vorstehend, in harmonischem Verhältnis zur Vorderhand.

Oberlinie: Fest und gerade, gegen die Kruppe zu leicht abfallend.

Rücken: Relativ kurz und muskulös.

Lendengegend: Kurz und stramm, harmonischer Übergang zur Kruppe.

Kruppe: Leicht abfallend mit tief angesetzter Rute. Gut entwickelt und muskulös.

Brust: Breit und tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Das Brustbein ist lang, die Rippen gut gewölbt und von ovaler Form. Wegen seiner horizontalen Lage ist das Brustbein nur mäßig aufgezogen. Untere Profillinie und Bauch: In leichter Kurve nach hinten aufgezogen, aber nicht windhundartig.

 

RUTE: Kann angeboren kurz oder lang sein. Reicht im letzteren Fall jedoch nicht bis unter das Sprunggelenk. Kräftig und tief angesetzt, aufrecht getragen, und, wenn lang, in einem leichten Bogen, nicht über dem Rücken gerollt.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND:

Allgemeines: Von vorne besehen gerade; Läufe mäßig auseinander, in einer Linie mit der Hinterhand, welche ebenfalls gerade aber breiter auseinander steht.

Schulter: Lang.

Oberarm: Ungefähr gleich lang wie das Schulterblatt, mit diesem einen Winkel von 110° bildend.

Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend, auf gleicher Höhe wie die Unterlinie der Brust.

Unterarm: Gerade, dünn und trocken.

Vordermittelfuß: Sehr mäßig, gerade und dünn, nahezu lotrecht zum Boden.

Vorderpfoten: Eng aneinander liegend, weder nach außen noch nach innen gedreht; die zwei mittleren Zehen sind länger als die anderen.

 

HINTERHAND:

Allgemeines: Sehr gut bemuskelt, Oberschenkel kräftig, weiter auseinander stehend als die Vorderläufe.

Oberschenkel: Gut entwickelt und muskulös.

Knie: Mäßig gewinkelt.

Unterschenkel: In gutem Größenverhältnis zum Oberschenkel. Sprunggelenk: Mäßig kurz und lotrecht zum Boden, wenn der Hund steht.

Hintermittelfuß: Gerade.

Hinterpfoten: Fest, längere Zehen als die Vorderpfoten.

 

GANGWERK: Bewegung elegant und frei, kurze und rasche

Schritte.

 

HAUT: Am Körper gut anliegend, nicht lose, trocken.

 

HAARKLEID  

Haar: Kurz, glatt, fein aber nicht weich, gut anliegend. Durch das

Fell darf die Haut nicht sichtbar sein. Behaarung feiner auf dem Kopf, an den Ohren, an der Unterseite des Halses, unten und innen an den Vorderläufen und am hinteren Rand der Oberschenkel.

 

Farbe: Grundfarbe Weiß mit schwarzen, blauen, braunen oder isabellafarbigen Abzeichen. Folgende typische und charakteristische Abzeichen müssen immer vorhanden sein: dunkelroter Brand über den Augen, beidseitig am Fang, innen am Ohr und am  Rand der Ohren. 

Dieser dunkle Brand kann auch an anderen Stellen des Körpers am Rande der Abzeichen vorkommen. Der Kopf muss immer schwarze, blaue, braune oder isabellafarbene Abzeichen in der Stirngegend und auf den Ohren aufweisen; Es können eine weiße Blesse und Abzeichen vorzugsweise an der Stirnfuge und den Seiten des Fangs vorkommen, die so harmonisch wie möglich verteilt sind.

 

GRÖSSE UND GEWICHT:

Widerristhöhe: Rüden von 35 bis 40 cm

: Hündinnen von 33 bis 38 cm Gewicht: circa 10 kg.

 

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

 

      Dünnes Haarkleid mit durchscheinender Haut, langes oder atypisches Haar.

      Uncharakteristische Abzeichen.

      Schultern zu schwer oder zu lose.

      Gebogene Hinterläufe

      Mangel an Harmonie, atypischer Körperbau.

 

 

SCHWERWIEGENDE FEHLER

      Abfallende Oberlinie vom Widerrist zur Kruppe.

 

 

DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:

      Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde

      Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen.

      Flache Kruppe

      Vorbiβ oder Rückbiβ

      Völlig aufgerichtete Ohren

 

N.B.

      Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

      Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.